Muster – Tasche

marytaschefertig

Die Anleitung stammt von Angela II

Die Wolle war selbstgesponnene Australmerino, die sehr gut zum Filzen geeignet ist, Superwash- und Sockenwolle filzt nicht, wäre auch zu dünn. Mein Garn wäre normalerweise für Nadelstärke 3,5 geeignet gewesen, gestrickt habe ich mit 5er Nadeln, dadurch gab es „Platz zum Schrumpfen“. 🙂

Das Wichtigste ist zunächst eine Maschenprobe im Muster der Tasche, die man so brutal wie möglich in der Waschmaschine wäscht (40°-60° mit Küchenhandtüchern und anderem, kein Frottee). Dies sollte man so lange machen, bis man das Gefühl hat, dass die Probe nicht mehr schrumpfen kann. Vorher aber sollte man genau notieren, wieviel Maschen und Reihen es waren, denn nachher kann man nicht mehr zählen. Wichtig zu wissen ist, dass Einstrickmuster, wie dieses, stärker in der Breite schrumpfen als Ungemustertes, was natürlich daran liegt, dass die Spannfäden auf der Rückseite ganz stark eingehen!

Ausgehend von dieser Maschenprobe habe ich nun diesen (unproportional gezeichneten) Schnitt gemacht und zuerst mal die Seitenwände als Schlauch im Rund gestrickt (die Pfeile geben immer die Strickrichtung an). Das waren in meinem Fall 252 Maschen und ca. 100 Runden. Über die Breite der Vorder- und Hinterseite habe ich dann zunächst noch 3 Reihen glatt links als Bruch gestrickt und noch so viele Reihen in einem einfacheren Muster, so dass sich 4 cm Höhe nach dem Waschen ergeben würden, zwei Reihen glatt links, abketten, die andere Seite genau so.



Dann habe ich am unteren Rand die Maschen für den Boden aufgenommen, drei Reihen glatt links gestrickt (als „Bruch“) und dann ein einfacheres Muster für so viele Reihen, wie die Maschenprobe vorher für 8 cm geschrumpft ergeben hat. Nach weiteren 3 Glatt-Links-Reihen habe ich mit der Häkelnadel abgekettet und dabei gleichzeitig den Boden an der anderen Seite befestigt (eine Art „three-needle-bind-off“). Die Schmalseiten musste ich nähen. Der Trageriemen sollte ca. 70 cm lang werden, den habe ich schweren Herzens wegen des Musters in der Breite gestrickt (uff), dafür waren es ca. 210 Maschen. Am Anfang und am Ende jeweils drei Reihen glatt links. Das Ganze dann zusammengenäht und ab in die Maschine. Das Muster für Boden und Trageriemen:

Wie man vielleicht sieht, haben sich selbst am Trageriemen die Spannfäden auf der Rückseite brav angelegt. Zur Not hätte ich den halt unterfüttert, das ist aber nun nicht mehr nötig. Die obere Kante habe ich beim Trocknen eingedrückt, das werde ich nun festnähen und dann ein Futter mit kleinen, zusätzlichen Taschen machen. Oben wird ein Reißverschluss eingenäht, man kann diese Tasche aber getrost auch offen lassen… P.S.: Das Muster ist aus „Tudor Roses“ von Alice Starmore.

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